Letzter Tag – Abreisetag


Die ungute Befürchtung, dieser Tag würde irgendwann eintreten müssen – trotz aller entgegengesetzten (wenn auch unrealistischen) Hoffnungen – hat sich nun doch bewahrheitet. Hier kam er: Der Abreisetag.

Am Morgen applaudiert eine Ansammlung verquollen-zerknautscher Gesichter den so geduldigen, beinahe engelsgleichen Busfahren dieser Tour. Reden, Geschenke, Beifall. Die Gratulationszeremonie umrahmt von einem letzten Warten-ohne-allgemein-bekannten-Grund – ein wiederkehrendes Ereignis, das doch unerwartet stark an’s Herz gewachsen ist. Die Busabfahrt: leicht verzögert. 30 Minuten. Ein guter Schnitt. 

Alamo Park mit Sicht auf die Painted Ladies und die Skyline von San Francisco

Alamo Square mit Aussicht. In der Sonne dösen bis Pizzaduft weckt. Im Futtern die Hiobsbotschaft: Erster Bus fährt in 11 Minuten. Die Pizza ist sofort Geschichte und wird gegen Menschen eingetauscht. Die eben noch dösende Masse: jetzt eine körperlich und emotional bewegte Menge. Es ist ein Sich-in-den-Armen-Liegen, Abschiedsworte-Verstreuen und Diese-Zeit-jetzt-schon-Vermissen. Ein Trauern ob des Hinter-sich-Lassens dieses Lebens der letzten 2.5 Woche, das doch schon der neue Alltag geworden war: Sorglosigkeit, Leben im Moment, von Ansage zu Ansage, so viel Musik, fantastische Städte und Natur(en) und vor allem: das Leben mit diesen so unfassbar liebevollen und großartigen Menschen, mit – so kitschig es klingen mag – einer großen Familie, die gehen zu lassen unerwartet schwer fällt. 

Ankunft am International Airport in San Francisco

Gesichter glänzen – von Tränen und einem Gefühl tiefster Dankbarkeit. 

Schwer fällt der Weg zurück ins Flugzeug und in einen Alltag voll von Pflichten und zu leer von Orchester.


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