Nach einer ungewohnt langen und erholsamen Nacht starteten wir in der Theorie um 9.15 Uhr, in der Praxis um 9.40 Uhr Richtung Mount Rainier. Unser erster Stopp war ein Walmart. Statt einer vorbestimmten Auswahl an Essensmöglichkeiten durfte sich dieses Mal jeder mit Hilfe von etwas Bargeld sein eigenes Lunchpaket zusammenstellen. Die Größe des Ladens und die Auswahl war gigantisch, vor allem bei allerlei Süßwaren. Danach ging es auf die verbleibenden 1,5 Stunden Busfahrt. Bereits nach einer halben Stunde konnte man einen beeindruckenden Blick auf den Mount Rainier, das heutige Ziel, erhaschen.

Der Berg mit 4392 Metern Höhe erschien exponiert und einsam in der Landschaft. Die Vorfreude, diesen Berg zu erklimmen, stieg erheblich. Während die einen ein power nap zur Stärkung vor der Wanderung abhielten, konnten sich die anderen an den Veränderungen der Vegetation erfreuen – vom Laubwald über den Nadelwald bis hin zur Baumgrenze. Der Bus brachte uns über kurvige Landstraßen sicher auf 1600 Meter Höhe, wo sich unser Startpunkt – Paradise Inn – befand. Schnell formierten sich Kleingruppen mit verschieden ambitionierten Zielen für den Tag: Die einen wanderten über recht flaches Gelände zu Wasserfällen, die nächsten liefen den sogenannten „Skyline Trail“, ein 10 km langer Rundweg mit 600 Höhenmetern, andere konnten es nicht lassen, bis auf die Gletscher zu steigen.

Dort begegneten sie heimischen Skifahrern, die ihre Ausrüstung extra bis auf 2200 Meter hochgetragen hatten, um sich auf den Schneefeldern auszutoben. Auch diejenigen von uns, die bis auf die Gletscher hinaufgelaufen waren, fuhren über das Schneefeld hinunter – so gut das mit den Sportschuhen eben ging. Sowohl die Wanderer des Skyline Trail als auch die Gletschererklimmer konnten einen fantastischen Blick vom Panorama Point genießen.


Was zunächst wie beeindruckende Nebelschwaden zwischen den Tälern aussah, entpuppte sich nach Aufklärung durch Einheimische leider als Rauch von Waldbränden. Dennoch war die Aussicht – auch auf Grund des tollen Wetters – fantastisch. Zu Beginn der Wanderungen wirkte die Landschaft noch recht alpin, doch je höher man kam, desto schroffer und rauer wurde das Gestein und ließ auf den vulkanischen Ursprung schließen. Neben der Vegetation waren auch die Streifenhörnchen eine große Attraktion. Diese schienen an Menschen gewöhnt und waren sehr zutraulich – so sehr, dass sie auch den Finger unseres Dirigenten Mihály bei seiner Fütterung für Nahrung hielten.

Vor lauter Genießen des Ausblicks mussten sich einige beeilen, um das gemeinsame Gruppenfoto und die Busabfahrt pünktlich um 17:30 Uhr zu erreichen.

Die folgenden knapp drei Stunden Fahrt waren – bis auf ein paar Schnarcher – sehr ruhig, da alle sehr erschöpft von den Eindrücken und Anstrengungen des Tages waren und ein Schläfchen im Bus abhielten. Zur Stärkung gab es abends dann sehr leckeres mexikanisches Essen. Bedingt durch die individuellen Wünsche von 70 Leuten war die Essensübergabe etwas chaotisch. Für die meisten sehr ungewohnt war, dass jeder refill von Softgetränken und Tortillas kostenlos möglich war – man musste sich sogar fast wehren, nicht ständig Nachschub von Cola, Sprite, etc. zu erhalten.
Zufrieden und sehr satt wurde schließlich gegen Mitternacht im Hotel eingecheckt, wo alle sofort müde in ihre Betten fielen.

5 Antworten zu “8. Tag – Nationalpark Mount Rainer”
Sehr ansprechende Schilderung… man möchte unbedingt die angekündigten Fotos dazu sehen. Klappt das noch?
Wir werden versuchen bis morgen alle Bilder hochzuladen. Für zusätzliche Bilder gerne auch unserem Instagram Kanal unimusik.stuttgart folgen. 🙂
Die Bilder sind irgendwie diesmal nicht im Blog gelandet, wie es aussieht?
Schade, denn wir würden gerne die angeknabberten Dirigentenhände bewundern 😉
Haben derzeit technische Probleme aber werden diese Hoffentlich bis morgen beheben. Gerne einfach nochmal reinschauen 🙂
Klara Fall, ihr geht steil