Proben, proben, proben. Der zweite Tag in San Francisco stand ganz im Zeichen des anstehenden großen und leider letzten Konzertes unserer Tour zusammen mit dem Stanford Symphony Orchestra. Bereits um 11:00 wurden deshalb die Plätze in der Bing Concert Hall spielbereit eingenommen, am Vormittag jedoch noch ohne unsere Mitspieler aus Stanford. Trotzdem stürzte sich der Stanforder Dirigent Paul Phillips mit uns in die Tragische Ouvertüre von Brahms, die, wie bisher immer auf der Tour, das Konzert eröffnen würde, in Stanford aber zum ersten Mal zusammen mit einem Partnerorchester gemeinsam gespielt und von Paul dirigiert werden sollte.
Zum Mittagessen ging es nach Palo Alto, welches Stanford umgibt, und bekannt ist für die Tech Industrie unter dem bekannteren Namen Silicon Valley.
Um ein Stück lokaler Kultur mitzunehmen hatte man sich im Voraus für ein besonders amerikanisches Restaurant entscheiden: den „Naschmarkt“. Klingt nicht wirklich amerikanisch, ist es auch nicht: Der Naschmarkt bietet österreichische Küche, weshalb man sich bei Spätzle und Kartoffeln schon fast wieder in der Heimat wähnte.
Frisch gestärkt kam nun der zweite Teil des Konzerttages, die Probe mit dem SSO. Beide Ensembles konnten zusammen an die 200 Musiker auf der Bühne versammeln, was ein wahrlich beeindruckendes Bild abgab. Geprobt wurde deshalb nicht nur musikalisches: Damit bei dem Umbau der Bühne sowie Auf- und Abgang der Orchester nicht das reinste Chaos ausbrechen würde, verbrachten wir weitere Zeit der Probe nicht mit Musik, sondern wuselten in der Konzerthalle hin und her.
Da Probenende und Konzertbeginn noch einige Zeit auseinanderlagen, konnte man selbstständig den Campus erforschen, was viele in den Stanford Bookstore trieb, der, ganz im Sinne des restlichen Campus, groß, weitläufig und sehr teuer ist. Von Büchern über Trikots bis hin zu Laptops kann hier alles für gutes Geld erstanden werden.
All die Anstrengung um Logistik und Musik während der zweiten Probe schlug sich in einem allgemeinen Verlangen nach einer erneuten Stärkung nieder, sodass, weniger edel als mittags, Pizza vor den Bühneneingang geliefert wurde.
Schick gemacht und selbstverständlich hoch fokussiert wurden die Plätze auf der Bühne eingenommen und (natürlich mit ein paar Minuten Verspätung) erklangen die ersten Töne der Tragischen Ouvertüre.

2,5 Stunden und 6 Schlussakkorde, mindestens genauso viele Umbauvorgänge und viel Applaus (auch während der Satzpause 🙄) später schlossen wir den Abend mit vielen Erinnerungsfotos auf der Bühne ab.
Die Bing Concert Hall hinter uns lassend begaben wir uns auf den Weg zum Place to be für die Feierlichkeiten nach dem Konzert: Dem „Axe & Palm“.
Von den lokalen Studierenden vorgeschlagen, unterschied es sich sehr von unseren Vorstellungen einer traditionellen Afterparty.
Bierfass und Maßkrug wurden ausgetauscht gegen Burger und Softdrink. Bei „Axe & Palm“ habdelte es sich nämlich um einen Fastfoodladen. Einen Vorteil hatte das Ganze jedoch: Für die dann folgenden Feierlichkeiten und Getränke in San Francisco war immerhin Grundlage im Magen geschaffen.
Um aufzurüsten , wurde auf der Fahrt zurück ein Stopp am Supermarkt gemacht. Als Dank dafür, dass dieser extra für uns nochmal aufmachte, bescherten wir dem Besitzer (vor allem mit Käufen aus der Getränkeabteilung) wahrscheinlich einen neuen Umsatzrekord.
So ging es zum Abschluss, weit in den neuen Tag reinreichend, an den Beach mit Blick auf die beiden (von manchen doppelt gesehenen) Brückenpfeiler der Golden Gate Bridge.
Das furiose letzte Konzert dieser wundervollen Reise wird uns allen für immer in Erinnerung bleiben, weshalb wir an dieser Stelle noch einmal allen Beteiligten von ganzem Herzen danken möchten, die diesen krönenden Abschluss möglich gemacht haben.

Eine Antwort zu “15. Tag – Konzert Stanford”
Ich frag mich immer noch, wofür Palo Alto eigentlich bekannt ist 🙂